News 2019

November 2019

Es ist schwierig Freunde gehen zu lassen…

Zusammen durch dick  und dünn gehen, bedingungslos lieben, tägllich nahe sein…

Wir haben viele Freunde – die einen haben Fell, die anderen Feder und Stacheln.

Bei der letzten Hitzewelle haben wir unsere Freundin Anuschka verloren. Plötzlich baute sie ab, hatte keine Kraft mehr in ihren Füssen. Bald danach kamen die Schmerzen. Anuschka bekam eine Erlösungsspritze. Der Vogeldoktor trauerte zusammen mit uns – Anuschka habe auch ihm sehr viel gegeben. Die Faszination Anuschka bleibt uns zurück – sie schaute nicht furchtlos dem Tod entgegen, sie hatte jedoch nicht vor, kampflos ihr Wertvollstes – das Leben aufzugeben. Und sie hatte gekämpft. Wie ein Löwe.

Letzten Monat haben wir auch zwei Stachelfreunde verloren. Beide kamen abgemagert bis auf Haut und Knochen und beide standen kurz vor dem Todeskampf. Eine schwere Erfahrung, schwierige Bilder, welche wir niemals vergessen werden. Der eine Igel war ein Weibchen, wir haben ihn Schnika genannt, der andere Igel ein Männchen, der namenlos blieb. Mit 750 Gram war er nur Haut und Knochen. Wir wissen nicht ob die beiden “einfach” so abgemagert zu uns kamen oder ob sie nicht zwei unserer Gartenigel waren und eventuell vergiftet worden oder sonst so schwer erkrankt waren. Auffällig, dass die beiden praktisch zur gleichen Zeit in demselben schlimmen Zustand zu uns kamen.

Es gab auch eine weitere überfahrene Katze aus der Gegend. Tigroux war ein unkastrierter roter Tiger, welcher seinen Tod nur wenige Meter von einer Innerortstafel fand. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Tierfriedhof in Müllheim, dort, wo bereits vier unserer ehemaligen Schützlinge ihren letzten Frieden gefunden haben. Schlafe schön, lieber Tigroux, auch dich werden wir niemals vergessen.

Leider ist einer unserer Schützlinge – Kater Hornbach aus seiner Vermittlung zurückgekommen. Zu seinem ausgeprägten Markierverhalten kamen Agressionen und so musste sein nun ehemaliges Frauchen sich von ihm trennen. Dies geschah nicht ohne Tränen und viel Traurigkeit ihrerseits und wir danken Frau S. für alles Gute, was sie Hornbach gegeben hatte und für ihr grosses Herz für die alten und kranken Tiere. Frau S. möchte sich weiterhin für Hornbach engagieren und für seine TA-Kosten aufkommen. Nächste Woche werden wir bei Hornbach einen Gesundheitscheck durchführen lassen um zu schauen, ob eventuell organische Ursachen seines Verhaltens vorliegen.

Unsere Katzen, wie wir selber, werden nicht jünger… Bei Charlotte haben sich die Nierenwerte verschlechtert, Samantha wird immer dünner (trotz guten Blutwerten inkl. Schilddrüse), bei Alissa macht sich der Tumor im Hals immer mehr bemerkbar (es stört sie nun immer mehr) und Jules ist sehr wählerisch geworden, was das Nassfutter angeht. Die Kleine Seniorin Chanel leidet sehr stark an ihrem Schnupfen und die Nase muss täglich gespült und geputzt werden. Dazu haben wir festgestellt, dass Chanel wohl taub ist. Alle diese Katzen (ausser Jules) bekommen täglich Medikamente/Pflege. Bei Jules, Samantha und Alissa mussten wir zum Nassfutter der Marke Applaws wechseln, da sie nun vor allem dieses Futter fressen und gut vertragen.

Trotz sehr viel Arbeit, die wir haben, um unseren Tieren gerecht zu werden und trotz der sehr traurigen oder gar schweren Momente sind wir dankbar um jeden unserer Schützlinge und um jeden Menschen, welchem wir einen (oder auch zwei :-) davon anvertrauen konnten. Jede (kommende) Weihnachten denken wir daran, dass nicht nur Mensch, sondern auch Tier Hoffnung braucht und dass es in menschlicher Macht ist, für ein verlorenes, vergessenes Tier Retter zu werden.

August 2019

Von Liebe und Passion, von wahren Helden und Heldinnen und von dem einen Katzenleben

Unsere Passion sind Katzen, unsere Liebe gehört allen Tierarten. Schon oft waren wir erstaunt mit wie wenig die ehemaligen Strassentiere zufrieden und glücklich sein können – je mehr Leid sie in der Vergangenheit erfahren mussten desto weniger brauchen sie fürs Glück. Einer der Gründe warum wir die Rettung der Strassentiere nicht lassen können, sind die Tieraugen. Wir glauben, dass viele Menschen, welche in der Lage sind, an leidenden Strassentieren ohne nur einen Herzensstich vorbeizulaufen, dies nur deswegen tun können, weil sie solchen Tieren nie wirklich in die Augen geschaut haben. Die Strassentiere sind unsere Helden – sie sterben oft einen qualvollen Tod, die kranken kommen nicht in den “Genuss” eines Krankenbetts bei einer liebenden Familie, ihnen wird keine Erlösungsspritze vergönnt.

Dieses Jahr hatten wir ausgesprochen viele Notfälle. Es freut uns, dass einige von ihnen – drei Katzenkinder von Josephine und Malinka bereits vermittelt werden konnten. Den grössten Vermittlungsnotfall stellt zur Zeit Cannelle, gefolgt von Vassilij und Josephine mit Klein-Giulia dar. Aufgrund vom Platzmangel wären wir sehr froh um die Vermittlung dieser vier an geeignete Plätze.

Auch haben wir in keinem Jahr zuvor so viele überfahrene Tiere gesehen wie in diesem. Wir haben erfahren, dass in Frankreich von jährlich 100.000 ausgesetzten Tieren 60.000 alleine im Sommer ausgesetzt werden https://www.youtube.com/watch?v=2MqrO0UrmzI Wir sind erschüttert über diese Zahl. Vor wenigen Wochen haben wir eine überfahrene Katze auf einer Nachhause-Fahrt gesehen und mitgenommen. Zum ersten Mal stellte sich heraus, dass diese gechippt war. Murka war eine wunderschöne norwegische Waldkatze, welche erst 1 Jahr alt war. Ihr Besitzer konnte sie bei uns abholen und Abschied nehmen. Der Mann gab zu, dass er dies erwartet hätte, er habe schon immer gedacht, dass Murka entweder vergiftet werden würde, da es in seinem Quartier keine Seltenheit sei oder eben überfahren… Wir glauben, dass der Mann traurig war als er die tote Murka bei uns abholte. Aus diesem Grund wollen wir alle Katzenbesitzer daran erinnern, dass die Katzen, wider des bekannten Spruchs, nur ein und keine sieben Leben haben und dass, wenn man spürt, dass sein geliebtes Katzenkind gefährlich draussen unterwegs ist, man nicht zuwarten soll bis dass der Blitz zuschlägt sondern handeln – den Auslauf sichern und über Nacht ALLE Tiere IMMER ins Haus nehmen.

Momentan haben wir eine Glückssträhne was den Gesundheitszustand unserer Katzen angeht. Natürlich sind die Kranken immernoch krank, dennoch mussten wir in den letzten zwei-drei Monaten seltener zum Tierarzt aufgrund akuter Zustände bei den Katzen. Wir freuen uns über die stabilen Zustände von Alissa, Charlotte und Samantha. Samantha ist wieder viel draussen im Auslauf – ihr Lieblingsplatz ist unter einem Aronia-Strauch. Und Charlotte kommt nach den letzten Zylexis-Gaben bereits zwei Monate ohne ihr Antibiotikum aus.

Anders lief es bei unseren Hühnern. Bei der zweiten Hitzewelle diesen Sommer haben wir unsere Roxy verloren. Wir konnten ihr bereits mindestens einmal das Leben retten als sie eine Kropfverstopfung hatte, dieses Mal muss es sich um die Probleme mit der Leber gehandelt haben – trotz der bestmöglichen Betreuung unsererseits und des Tierarztes verliessen Roxane ihre Lebenskräfte. Es passierte nach und nach sodass wir Zeit für den Abschlied hatten. Für diese Zeit besorgten wir Roxane einen Hühner-Rollstuhl um ihr eine möglichst gute Lebensqualität zum Schluss zu ermöglichen. Die Erfahrungen, welche wir in dieser Zeit gemacht haben, haben uns wieder tief beeindruckt. Als Roxane bereits mehrere Tage nichts mehr gefressen hatte und nur noch apathisch da lag, machten wir einen Termin beim Tierarzt aus – Roxane hätte eingeschläfert werden sollen. Beim TA kam etwas dazwischen sodass wir den neuen Termin auf den späten Abend legen mussten. Wie immer an solchen Tag waren wir sehr traurig und viel bei Roxane. Als wir zum TA aufbrechen wollten, fing Roxane plötzlich an zu fressen – wir sagten den Termin ab. Danach lebte Roxane noch mehrere Wochen – sie frass und trank und genoss den Sommer. Wir sind überzeugt, dass Roxane sich umentschieden hatte und noch eine Weile bei uns bleiben wollte, weil sie unsere Trauer spürte und weil sie gesehen hatte, dass wir sie nicht aufgeben, dass wir sie pflegen und dass es sich deswegen lohnt, noch ein wenig zu leben.

Anuschka

 

Bei uns haben wir alles nur besondere Tiere. Die zweite Jahreshälfte ist voll im Gange und das Fest der Hoffnung, die Weihnachten, sind nicht mehr weit. Vor drei Jahren haben wir angefangen zu Weihnachten eines unserer Tiere besonders zu präsentieren – 2016 gab es eine Danny-Weihnachtskugel, 2017 zog Ljowa die Weihnachtsmütze an, 2018 hatten wir den Engel-Souris…Schon jetzt wissen wir, welches Tier dieses Jahr zum Fest der Hoffnung besonders präsentiert werden soll. Unter vielen Helden und Heldinnen gibt es sie – Anuschka, unser Tier des Jahres, ein Tier welches uns das Jahr am meisten und am stärksten beeindrucken konnte. Der Lebenswille und die innere Kraft von Anuschka liessen uns staunen ohne Ende. Hier ihre Geschichte:

Bereits vor einem Jahr fiehl uns bei Anuschka eine Verdickung im Bauch auf, damals konnte beim Tierarzt lediglich das Schichtei ausgeschlossen werden. Ein halbes Jahr später, als der Bauch immer dicker wurde, gingen wir wieder zum Tierarzt. Dieses Mal war bereits nur durchs Abtasten klar, dass sich im Bauch Flüssigkeit befindet. Eine Probe des Bauchwassers hat keine Erkenntnisse geliefert. Ein Diuretikum wurde verschrieben, uns wurden jedoch keine guten Hoffnungen gemacht. Wir gingen zu einer anderen Tierärztin. Diese konnte sehr viel Wasser aus dem Bauch von Anuschka rauslassen und verschrieb Schmerzmittel und Antibiotikum, auch wegen der Punktion. Auch diese Tierärztin machte uns keine guten Hoffnungen und sprach davon, Anuschka zu erlösen. Wir beobachteten Anuschka ganz genau – trotz ihrem Zustand schien sie noch sehr stark an ihrem Leben zu hängen. Leider füllte sich nach ca. einem Monat der Bauch wieder mit Wasser. Dieses Mal konnte die Tierärztin nach mehreren Versuchen so gut wie nichts mehr rauslassen. Wir machten einen Termin bei einem Vogelarzt. Dieser war/ist oft abwesend, auch auf diesen Termin haben wir warten müssen. Am Abend/in der Nacht davor hatte Anuschka ein Lungen-Ödem, es schien als würde sie jeden Moment ertrinken. Noch am gleichen Abend gingen wir zu einem anderen Tierarzt – wir waren bereit, Anuschka bei seiner Empfehlung einschläfern zu lassen. Als der Tierarzt erfuhr, dass wir am nächsten Tag einen Termin beim Vogelarzt haben, riet er uns diesen sicherlich wahrzunehmen, da wir ja eh nichts mehr zu verlieren hätten; er konnte jedoch nicht ausschliessen, dass Anuschka in der Nacht hätte ertrinken können. Uns war im Verhalten von Anuschka bei diesem Tierarzt-Besuch ein Detail stark  aufgefallen – bis dann war Anuschka immer sehr brav bei jedem Tierarzt, sie liess sich ohne einen Mucks punktieren und blieb jeweils sehr ruhig auf dem Untersuchungstisch. Dieses Mal war es anders, als hätte sie gespürt was wir ev. vorhatten. Sie wurde nicht einmal gestochen o.ä und wollte trotzdem weg vom Tisch, obwohl sie alles andere als sehr mobil war.

Am nächsten Tag ging es also zum Vogeldoktor. Der Vogelarzt stellte sofort bei Anuschka einen Herzfehler fest, er verschrieb ihr ein Diuretikum (Dimazon), ein Antibiotikum (auch wegen der Punktion, bei welcher sehr viel Flüssigkeit rauskommen konnte) und einen ACE-Hemmer (Renitensubmite). Mit Bewunderung hat der Vogelarzt unsere Anuschka angeschaut – es sei faszinierend wie gut es Anuschka bei dem, was sie hat, geht. Und wir waren einfach froh, dass wir nicht das Gefühl hatten, uns für die Entscheidung Anuschka bei dem, was sie hat, am Leben zu lassen, rechfertigen zu müssen; der Vogelarzt schien zu verstehen, warum wir so fest an Anuschkas Leben hielten – weil sie selber sich noch nicht aufgeben wollte.

Als wir wieder zu Hause waren, konnte Anuschka wieder zu ihrer Familie mit Luigi und den anderen Hühner-Mädels zurückkehren. Die Freude aller war so gross, dass wir selber vor Freude weinen mussten. Die Therapie schlug an, zumindest bis zur schlimmen Hitzewelle im Sommer. Dann war die Lage wieder schlecht und, als wäre dies nicht schlimm genug, spielte sich ein Ereignis ab, welches uns an das Katzen-Sprichwort erinnern liess.

Da Anuschka sich praktisch nicht mehr bewegen konnten, übernahmen wir ihre Körperpflege – täglich haben wir sie gewaschen und geschaut, dass die Unterlagen möglichst sauber blieben. Die schlimme Hitze lockte trotzdem Fliegen an. An einem Morgen wollten wir Anuschka wieder waschen, beim Heben fiel uns ein heller Fleck in der Nähe der Kloake auf. Beim näheren Betrachten: Entsetzung und Schreck – in einer frischen Wunde bewegten sich Hunderte von Fliegenmaden, sie frassen unsere Anuschka bei lebendigem Leib. Es gab keine Zeit für Panik, Ohnmacht o.ä. Zuerst haben wir mit einem Flohkamm die obere Maden-Schicht weggenommen, dann kam eine Pinzette zum Einsatz. Als die sichtbaren Parasiten weg waren, haben wir die Wunde mit Betamethason bearbeitet. Zum Glück hatten wir zu Hause ein Antibiotikum und ein Schmerzmittel, mit welchen wir Anuschka sofort eingedeckt haben. In der Bahnhofapotheke in Basel (es war Sonntag) kauften wir dann Wasserstoffperoxid und badeten Anuschka damit zu Hause. Nach dem Baden sah man viele sehr kleine Maden im Wasser, welche wir mit dem Auge vorher nicht gesehen haben. Anuschka hat es geschafft. Das war ein Riesenglück und wir dankten Gott und Yevgenias Sonntags-GD, wegen welchem sie an diesem Sonntag sehr früh aufstand. Hätten wir die Maden erst eine Stunde später entdeckt, hätte Anuschka wahrscheinlich nicht mehr gerettet werden können.

Mehrere Tage nach der Maden-Geschichte ging es Anuschka wieder so gut, dass sie wieder laufen und zurück in den Hühnerstall ziehen konnte. Unsere Anuschka hat in diesem Jahr dem Tod mehrmals in die Augen gesehen. Jedesmal hat sie es geschafft am Leben zu bleiben. Andere können noch so abschätzig über die Hühner sprechen, wir wissen, dass die Hühner nicht nur sehr intelligent, sondern auch starke Persönlichkeiten sein können. Wir wünschen, dass Anuschka zusammen mit uns in das neue kommende Jahr rutschen darf.

Juli 2019

EINE SCHRECKLICH NETTE FAMILIE SUCHT EIN SCHÖNES ZUHAUSE

Die Kinder von Josephine entwickeln sich prächtig. Nun sind die Kleinen soweit, dass sie alle nach einem eigenen Körbchen suchen. Josephine ist inzwischen sterilisiert worden und wünscht sich auch nichts sehnlicher als ein eigenes Heim.

Vassilij

Seit 10 Jahren war ich nicht mehr in Russland, meinem Heimatland. Um dieses unserer ältesten Tochter endlich zu zeigen und um ein paar bürokratische Angelegenheiten zu erledigen, waren wir vor zwei Wochen hingereist.

Bereits am 2. Tag haben wir in unserem Hotel in einem Moskauer Vorort einen Kater kennengelernt: Vassilij holte bei uns die Streicheleinheiten ein und trotz seines stark verschmutzten Fellkleids und der Tatsache, dass er nicht kastriert war, sah man, dass er einen Bezug zum Hotel hatte. Wir fragten nach und erfuhren seine Geschichte.

Im Kittenalter fand Vassilij Zuschlupf im Hauptgebäude des Hotels. Die Gäste und das Personal fanden ihn süss und gaben sich jeweils gerne mit ihm ab. Als Vassilij jedoch älter wurde, fanden die Besitzer des Hotels den kleinen Mann nicht mehr so niedlich und befahlen dem Personal, Vassilij aus dem Gebaeude zu vertreiben. Mehrere Angestellte hatten dann die Idee, Vassilij im Heizungsraum eines Nebengebäudes unterzubringen. Sie haben ihn dort heimlich über den Winter gehalten. Nun ist die Lage so, dass es für Vassilij gefährlich ist, dort weiterzubleiben. Trotz Familiensuche für Vassilij soll sich niemand für den armen Kater gefunden haben…

Das Personal vor Ort ist wirklich sehr hilfsbereit, was die Betreuung von Vassilij angeht, die Leute freuen sich aufrichtig, dass wir uns seiner angenommen haben und ihn nun mit nach Frankreich nehmen wollen. Es muss wohl ein Mentalitäts-“Fehler” dafür verantwortlich sein, dass Vassilij, trotz Berichten über seine schlimmen Kämpfe mit anderen Streunern, immernoch nicht kastriert wurde. Auch die elementare Anti-Flöhe-Behandlung fand nicht statt. Nun haben wir dieses Versäumnis “behoben” – Vassilij ist kastriert worden. Ausserdem haben wir ihn entfloht und entwurmt. Er hat bereits alles notwendige – einen Pass mit den eingetragenen Impfungen, auch Tollwut, damit er nächste Woche mit uns nach Europa reisen kann.

Vassilijs Zukunft als Hauskatze ist nun gesichert. Schon sehr bald wird er sicher mit uns, seinen  neuen Menschen, im Zug zu seinem Glück fahren können. Die schrecklichen Bilder des Strassenlebens wird er hoffentlich bald vergessen können. Auch wir, trotz des eher kurzen Aufenthalts, nehmen ein paar solcher Bilder mit auf unsere Reise – die vielen streunenden Katzen und sogar Hunde und zuletzt der Anblick eines Hundes, welcher mit einer Vergiftung vor unseren Augen beim Tierarzt notversorgt wurde. Russland ist ein tolles, wunderschönes Land mit vielen lieben Menschen – Menschen, welche auch für Tiere ihre Herzen offen haben. Doch Russland ist gross und wir können nur beten, dass möglichst viele Tiere einer helfenden Hand begegnen und nicht einem bösen Menschen.

Mai 2019

Vier kleine Wunder

Bereits am 8. April war es soweit – Josephine hat vier süsse Katzenbabys zur Welt gebracht. Als die Wehen einsetzten und eine kleine (Frucht)blase sichtbar wurde, brachte Yevgenia Josephine zum Tierarzt; noch sehr present war die Erinnerung an Ritas Geburt – trotz sofortiger Fahrt zum Tierarzt damals konnte das erste Katzenbaby nicht gerettet werden. Dieses Mal verlief alles zum Glück gut, nur beim ersten Baby hat Josephine ein wenig Hilfe gebraucht, weil dieses mit den Hinterpfötchen sich auf den Weg gemacht hatte.

Die vier süssen Fellknäuel haben uns und den Kindern viel Freude aber auch Sorgen gebracht – die täglichen Gewichtskontrollen am Anfang, das allmähliche Gewöhnen der Kinder zuerst an die Aufzuchtsmilch (nach vier Wochen zur Entlastung von Josephine) und dann an das Nassfutter. Zum Glück haben sich die Kinder sehr gut entwickelt und Josephine hat sich auch sehr gut um sie gekümmert. Inzwischen bringen die Racker zwischen 800-900 Gramm auf die Waage und sind sehr verspielt/aktiv. Fast hat die junge Katzenfamilie zu wenig Platz im kleinen Zimmer, doch die Kinder sind noch zu klein um sie entweder in das restliche Haus rauszulassen oder einer unserer Katzengruppen vorzustellen.

Die Süsslinge ziehen immer wieder Besucher an – dies ist auch verständlich, sind sie doch wirklich zum fressen süss. Ein kleines Mädchen (auf dem roten Bettchen zuvorderst) – Julie – liess die Herzen einer lieben Familie höher schlagen und ist bereits reserviert. Die restlichen drei Katzenkinder – zwei Mädchen und ein Bub (der kleine Tiger mit ein wenig weiss) sollen im Juni-Juli zur Vermittlung ausgeschrieben werden; als Bedingung für die Katzenkinder-Vermittlung gibt es zwei Punkte: sie alle sollen im Alter von 6-12 Monaten kastriert bzw. sterilisiert werden und dürften das erste Lebensjahr nicht in den Freigang. Allgemein wollen wir die jungen Tiere nicht an ein Zuhause mit einer gut befahrenen Strasse (auch 30-ger Zone) vermitteln – die Gefahr, dass diese überfahren würden ist einfach zu gross, ein gesicherter Balkon o.ä ist für die meisten Hauskatzen ausreichend und auf jeden Fall besser als eine offene Strasse mit sehr vielen Gefahren.

Juliette und die (fast verlorene) Kindheit

Juliette entwickelte sich sehr gut – die Kleine wurde immer fitter und lebensfreudiger. Es dauerte sehr lange bis sich der schlimme Schnupfen bei ihr nach dem zweiten Antibiotikum besserte. Juliette bekam täglich L-lysin und fast täglich Nasenspülungen. Immer wieder kamen dann beim Niesen grössere Portionen Eiter aus der Nase.

Schon sehr bald spürte man, dass Juliette eine Menge kindlicher Aktivitäten nachzuholen hat – sie spielte nach Herzenslust was das Zeug hält, versuchte sogar den älteren Liowa als Spielkameraden zu gewinnen und war immer sofort da als wie das Zimmer betraten. Einmal äusserte sie den Wunsch, die Katzen in der Nachbars-WG zu besuchen. Diese waren sehr an Juliette interessiert, vor allem die Kater Vicking und Julius folgten ihr auf Schritt und Tritt. Natürlich sind alle erwachsenen Tiere bei uns kastriert bzw. sterilisiert, doch um einer eventuellen Hormonstörung bei Juliette vorzubeugen war eine Sterilisation nötig. Also machten wir einen OP-Termin bei unserer Tierärztin aus.

Als Juliette bereits auf dem OP-Tisch lag, rief uns die Tierärztin an. Sie informierte uns, dass Juliette sich in der frühen Trächtigkeit befindet, die Tierärztin wollte wissen, ob wir die Trächtigkeit  ev. nicht unterbrechen wollen würden. Auch wenn es noch so traurig war/ist, mussten wir auf den Abbruch der Schwangerschaft bestehen – abgesehen von der mehrwöchigen Antibiotikum-Gabe, konnten wir uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass und wie Juliette ihre drei Jungen auf die Welt hätte bringen können.

Gemäss ungefährer Schätzung lag das Empfängnisdatum ziemlich kurz vor ihrer Aufnahme bei uns. Vielleicht ist dies auch die Erklärung für Juliette’s damaligen absoluten Erschöpfungszustand.

Juliette ist keine ausgewachsene Katze. Ihr Gewicht zur Zeit der Aufnahme bei uns lag bei knapp 2 kg – gemäss Gewichtstabelle für Katzen entspricht ein solches Gewicht dem Alter von 6 Monaten, doch wir haben Juliette älter, auf ca. 10 Monate geschätzt. Heute noch erschreckt uns der Gedanke was aus Juliette geworden wäre, wäre sie nicht zu uns gebracht worden. Wenn Juliette nicht geholfen worden wäre, wäre sie qualvoll auf der Strasse gestorben. Doch es wird weiterhin Menschen geben, welche ihre Hauskatzen nicht kastrieren – und das Katzenelend “will go on and on and on…” Viele Menschen sind ignorant und sich zu schade, um sich mit solchen, aus ihrer Sicht, Belanglosigkeiten abzugeben. Die Strasse ist gefährlich für alle – Tier und Mensch. Für uns geht es hier nicht um Erbarmen – dies soll das Prärogativ Gottes sein, es geht um ein ganz, aus unserer Sicht, normales Empfinden der Tiere als unsere Erdenmitbewohner, zu welchen jeder Einzelne zu schauen und zu sorgen hätte.

April 2019

Romilda und Mario

 

Romilda haben wir Anfang Januar an einem Dienstagmorgen auf der Strasse unseres Dorfes gefunden. Die Ente lief vom Marktplatz Richtung Fahrbahn und kam am Strassenrand an, wo wir sie dann genommen haben. Vom Anfang an war Romi sehr freundlich und anhänglich. Schon vor einiger Zeit haben uns unsere Nachbarn einen Trog abgegeben, dieser konnte nun endlich zu einem sinnvollen Einsatz kommen – Romilda schätzt die Bäder sehr, die sie darin nehmen kann.

Natürlich wollten wir versuchen in Erfahrung zu bringen, woher die Ente wohl kommen könnte. Schon bald fiel uns ein Bauernhof auf, leider sehr negativ. Wir sahen dort viele Enten und mehrere junge Hähne. Der Zaun wies mehrere grosse Löcher auf und weit und breit sah man nur eine Tränke. Zu unserem Schrecken haben wir in der Ecke  hinter einer niedrigen Steinmauer eine tote Ente gesehen, eine andere Ente hatte diese immer wieder mit ihrem Schnabel berührt. Wir gingen an drei darauffolgenden Tagen dort vorbei und mussten feststellen, dass das tote Tier nicht weggenommen wurde, auch stellten wir fest, dass die Tiere über Nacht draussen blieben…

Wir verstehen, dass wir in einer Welt leben, in welcher die s.g Nutztiere eben genutzt werden. Auch unsere Katzen fressen viel Fleisch, auch wenn mit veganem Futter kombiniert. Trotzdem tut es uns weh zu beobachten wie sehr respekt- und gefühllos mit Tieren umgegangen wird.

Weder die Enten noch die Hähne führen ein artgerechtes Leben, die Leichen bleiben, wie Müll, mehrere Tage auf dem Boden liegen trotz dem, dass ja viele Leute an dem Bauernhof täglich vorbeilaufen und vorbeifahren. Man hat kein einziges Huhn im Freien gesehen und muss davon ausgehen, dass diese Tiere wohl eingesperrt leben müssen – von irgendwoher kommen ja die jungen Hähne. Ein Teil unseres Herzens gehört für immer den s.g. Nutztieren – das, was diese unverschuldet erleiden müssen, ist grausam und ungerecht. Bereits vor mehreren Jahren haben wir uns entschieden – bei dem menschlichen Teil unserer Grossfamilie landet kein Tier mehr auf dem Teller.

Leider funktionierte die Zusammenführung von Romilda und unseren Hühnern sehr schlecht – diese wollten sie nicht akzeptieren; so bleibt unser Garten nun in zwei Teilen getrennt, was uns zum Glück keine Mühe macht.

Romilda lebte sich sehr schnell bei uns ein und es fehlte ihr nur an einem – an der Gesellschaft einer anderen Ente.

Anfang März war es so weit. Schon nach einer kurzen Suche haben wir im Internet einen Erpel für Romilda gefunden und holten ihn schliesslich bei einer Familie ab, welche ihn wegen eines bevorstehenden Umzugs nicht mehr behalten wollte. Wir staunten über diesen Erpel – er war offensichtlich von gleichem Schlag wir Romilda, ebenfalls eine Warzenente, aber viel grösser und kräftiger. Die Besitzer beruhigten uns und meinten, dies sei ganz normal. Auf der Fahrt war Mario, so haben wir ihn einige Tage später getauft, ganz ruhig. Vielmehr beschäftigte uns während der Autofahrt die schwangere Kätzin Josephine – aber das ist eine andere Geschichte…

Es wurde schon langsam dunkel als wir ankamen und allmählich beschlich uns das Gefühl, ob es nicht doch ein Fehler war, so einen riesigen Wasservogel bei uns aufzunehmen und auf unsere „kleine“ Romilda loszulassen. Als wir Mario – noch in seinem Transportkarton verharrend – auf den Boden im Innenhof abstellten, begann Romilda plötzlich ganz lustige, noch nie von ihr vernommene Geräusche von sich zu geben. Oha, die Hormone dachten wir sogleich. Nun, wir wagten es und liessen Mario raus. Wie der Blitz jagte er hinter Romilda her und wollte sie gleich besteigen. Also, das war uns nun doch zuviel, umso mehr als dass Romilda darüber ganz und gar nicht „amused“ war. Die beiden Enten wurden für die erste Nacht getrennt.

Inzwischen ist rund ein Monat vergangen. Man kann wirklich sagen, dass die beiden unzertrennlich sind. Schon nach wenigen Tagen klappte es gut mit der Zusammenführung. Mario, was bei so einer schönen Entendame wir Romilda auch verständlich ist, war und ist bisweilen noch sehr ungestüm, aber er verhält sich doch immer im „legalen“ Rahmen. Die beiden leben getrennt von den Hühnern, was sicherlich für die nächste Zeit auch noch so bleibt. Wir würden uns vor allem um Luigi, unseren Hahn Sorgen machen, wenn er mit Mario zusammentreffen würde. Zum Glück hat es aber auch so für alle genug Platz. Wir sind sehr glücklich über unsere beiden Warzenenten und wir glauben sie sind es auch. Natürlich können wir ihnen nicht den perfekten Ort, mit einem schönen Teich mit Drum und Dran bieten, aber auch so haben die beiden sicher schon viel mehr als vorher.

Josephine

 

Eigentlich wollten wir ja nur einen Erpel für Romilda abholen (s. Romilda und Mario) – das warzumindest unser Plan. Doch als wir an dem Ort angekommen sind um Mario abzuholen, gab es da noch eine kleine Tigerkatze, die so tat, als ob sie uns erwartet hätte. Sie kam auf uns zu und als die Frau mit dem Erpel uns sagte, die Katze sei zu haben, da sie sicher niemandem gehöre, liessen wir die kleine Josephine in unser Auto einsteigen. Ohne einen Moment zu zögern tat sie dies auch. Als wir nach einiger Zeit, zusammen mit Mario, zum Auto kamen, sass Josephine bereits auf dem Beifahrersitz und fragte, ob es denn noch lange geht. Schliesslich sind wir losgefahren – ohne Katzenkörbchen. Die Fahrt dauerte rund eine Stunde. Zum Glück gehört Josephine nicht zur schlimmsten Sorte von Autofahrern. Etwas anderes hat uns aber mehr beschäftigt – Josis Bauch und die geschwollenen Zitzen.

Der Verdacht war beim Tierarzt schnell bestätigt. Josephine war schwanger. Da haben wir wieder etwas aufgelesen, dachten wir uns. Die kleine Josi ist selbst noch ein Kind und jetzt das. Wir machten uns entsprechend Sorgen, ob alles gut kommt. Glücklicherweise ist sie eine sehr pflegeleichte Kätzin, die so ziemlich alles mit sich machen lässt. Einzig war sie verärgert, als wir sie in ein Einzelzimmer verlegten, damit sie ungestört ihre Jungen bekommen könnte.

Weiteres folgt…

Malinka

An zwei darauffolgenden Tagen waren wir mehrmals an einem Dorf vorbeigefahren. Bereits beim ersten Mal fiel uns eine Katze auf – sie sass auf einer Palette am Strassenrand der Hauptstrasse. Die Katze sah eher verwahrlost aus und hatte sichtlich kalt. Am 2. Tag waren wir angehalten und näherten uns sehr vorsichtig der Katze. Wir boten ihr einen Katzensnack an und sie hatte sofort davon gefressen. Das Restaurant, vor welchem sich die Palette befand, war zu. Rechts davon befindet sich ein Coiffeur-Salon, dort haben wir dann über die Katze nachgefragt. Die Frau dort sagte, dass die Katze schon lange hier auf der Strasse sei und es kümmere sich niemand darum. Auf dem Rücken von Malinka, so werden wir später die Kätzin taufen, sah man eine stark schuppende Stelle, was diese Aussage bestätigte. Wir haben die Kätzin mitgenommen und haben bei der Coiffeuse unsere Kontaktdaten gelassen für den Fall, dass jemand die Katze vermissen sollte.

Beim Tierarzt wurde eine starke Flohkot-Allergie festgestellt und behandelt; das eine Ohr bei Malinka ist steif, dies sei wahrscheinlich auf ein altes Hämaton zurückzuführen und störe Malinka nicht. Geschätzt wurde Malinka auf ca. 5 Jahre.

Malinka versteht sich nicht sehr gut mit anderen Katzen und wohnt zur Zeit zusammen mit Cannelle, einer Abgabekätzin, im maison “Flocon”.

Nur wenige Tage später nach der Aufnahme von Malinka haben wir gesehen, dass an der Stelle, wo wir Malinka gefunden haben, neu eine Baustelle war und dass die Palette, auf welcher Malinka jeweils sass, weggemacht wurde. Wir glauben, es war sehr rechtzeitig, dass wir Malinka gefunden und bei uns aufgenommen haben. Nun kann sie in der Wärme und mit vollem Bäuchlein auf ihre Menschen warten.

Abgabekaninchen

 

Mit gemischten Gefühlen hörten wir eines Tages letzten Juli von der Kingergartenleiterin unserer jungeren Tochter, dass es dort neu drei “Kindergartenkaninchen” gibt. Aus der Erfahrung, welche wir mit Chocolat und Caramel sammeln konnten, wissen wir, dass Kaninchen eher ängstliche und sicher keine Kuscheltiere sind. Umso weniger überrascht waren wir, als uns bereits am nächsten Tag die Anfrage erreichte, die drei Kaninchen zu uns zu nehmen – uns wurde unmissverständlich gemacht, dass die Jungtiere im Kindergarten wohl nicht lange überleben würden. So plötzlich wurden uns die drei Zwergkaninchen, von welchen man weder das genaue Alter wusste noch das Geschlecht, aufgebürdet. Abgegeben wurden die Kaninchen in einem winzigen Käfig, welcher nur eine vorübergehende Bleibe darstellen konnte.

Es folgten Tierarztbesuche zur Geschlechtsbestimmung, ständige Beobachtungen für den richtigen Moment für die Kastration des Kaninchenböckleins, danach die Anschaffung eines relativ teueren Aussengeheges mit Häuschen, denn die Kaninchen sollten für den kommenden Winter ein adäquates Quartier in unserem Garten nehmen können. Nun ist der erste Winter bereits vorbei und die Kaninchen haben diesen gut überstanden.

Uns macht traurig, dass sich die “Lieferantin” der Häschen nie über ihr Wohlergehen erkundigt, geschweige denn etwas für ihre Haltung beisteuert – ein Sack mit Pellets oder Heu oder Karotten würde uns auch schon etwas helfen.

Juliette

Die kleine Juliette haben uns zwei Nachbarsmädchen gebracht. Das Katzenkind war sehr erschöpft und konnte nicht mehr durch die Nase atmen – es hatte einen schlimmen Katzenschnupfen. Als erstes haben wir die Kleine gefüttert. Nachdem sie eine Portion Nassfutter sehr schnell und gierig gegessen hatte, war sie so erschöpft, dass sie direkt auf unseren Armen sofort eingeschlafen war. Wir legten sie in ein weiches Bettchen damit sie sich noch mehr ausruhen konnte.

Die ersten Tage hatte Juliette Mühe zu trinken, als hätte sie dies noch gar nicht gelernt gehabt. Die mit der Spritze angebotene Flüssigkeit nahm sie dafür jeweils sehr gierig an. Nach zwei Tagen konnte sie bereits gut trinken und trank täglich einen vollen Napf mit Wasser aus. Sie muss bereits längere Zeit nichts gegessen und getrunken haben denn der Magendarmtrakt reagierte auf diese Versorgung mit einem schlimmen Durchfall. Nach wenigen Tagen Pflege und medizinischer Versorgung (Antibiotikum + Nasenspülungen + supplementaires für Magendarm/gegen Schnupfen) fühlte sich Juliette sehr wohl und hält uns seitdem auf Trab so wie es sich für ein Katzenkind gehört. Geschätzt wird Juliette auf ca. 10 Monate. Nach weniger als einem Monat Aufenthalt bei uns nahm Juliette fast ein ganzes Kilogram an Gewicht zu und soll nun sterilisiert werden. Leider ist der Schnupfen bei Juliette so schlimm, dass wir bereits ein zweites Antibiotikum ausprobieren müssen. Wir hoffen sehr, dass dieses nun anschlagen würde, sodass Juliette nicht ihr ganzes Leben mit einem chronischen Schnupfen leben muss. Solcher Schnupfen ist immer beschwerlich für eine Katze und wirkt sich im Laufe des Lebens bei allen anderen vorkommenden Krankheiten zusätzlich negativ auf das Wohlbefinden einer Katze aus. Wir wünschen, dass Juliette dies erspart bleiben wird.

Wir tauften die Kleine Juliette in Erinnerung an das verstorbene Katzenkind, welches wir vor gut 5 Jahren mit der Flasche aufgezogen haben und welches ein knappes Jahr nach seiner Vermittlung bei der neuen Besitzerin überfahren wurde. Diese hatte uns nie darüber informiert und wir mussten dies selber über Facebook erfahren. Diese Erfahrung war sehr schmerzvoll. Bereits viele Jahre stehen wir im Dienst der Strassentiere, die geretteten Fellnasen sind unsere Kinder und wir meinen zumindest die einschneidenden Informationen im Leben unserer ehemaligen Schützlinge, auch wenn diese sehr bitter sind, verdient zu haben.