Alissa

16.11.2018

Vor einer Woche bekam Alissa ihre Zähne gereinigt. Leider erwartete uns alle eine böse Überraschung.

Auf der Zunge von Alissa linksseitig am Zungengrund, von dort in die Tiefe ziehend und dorsal im Rachen sah man eine Umfangsvermehrung, es stellte sich heraus, dass diese bösartig ist…

Im ersten Moment waren wir fassungslos. Schon seit langem stellen wir bei solchen “Überraschungen” die “Warum”-Frage nicht – die Natur scheint oft so grausam… Doch dieses Mal ging die “Warum”-Frage wiederholt durch den Kopf. Den grössten Teil von Alissas Leben kann man mit nur einem Wort beschreiben – miserabel. Gut 1,5 Jahre lebt Alissa glücklich bei uns, so lange und doch so wenig. Bald soll es vorbei sein? Warum?

Jede Blutentnahme bedeutet viel Stress für Alissa. Aus diesem Grund entschieden wir uns gegen eine Therapie mit LupArte (diese Therapie macht gerade unser anderer Krebspatient Falstaff durch). Wir haben uns für eine Misteltherapie für Alissa entschieden, mit welcher wir nächste Woche beginnen können. Das Ziel – das Wachstum vom Tumor zu stoppen, Alissas Abwehrkräfte zu stärken.

Alissa, unser “Katzen-Hündchen”, unser Mädchen, unser Goldschatz. Es war kein Zufall, dass du zu uns gekommen bist, es war Schicksal. Wir wissen nicht wie lange der Weg noch sein wird, aber wir werden dich begleiten, du bist und wirst geliebt sein. Immer.

03.10.2017

Oft unterstellt man den Katzen, dass sie undankbar sind. Dies mag in den meisten Fällen der Wahrheit entsprechen. Es gibt jedoch Ausnahmen und Alissa ist ein Paradebeispiel dafür. Alissa hat einen langen Leidensweg hinter sich. Behindert (Ursache unbekannt) verbrachte sie mehrere Jahre  unkastriert in einem Tierheim, danach folgte die Reise mit einem Flugzeug nach Deutschland, danach ein nicht gerechtes Zuhause, welches Alissa dringendst loswerden wollte.

Hätten wir einen Hund bei uns hier gehabt, wäre Alissa zu einer starken Konkurrenz für diesen geworden. Alissa verlässt gemäss ihrem eigenen Wunsch nicht unser Grundstück und bewacht mit Argusaugen das Haus von anderen Katzen. Sie weiss, welche Katzen hauseigen sind und welche nicht und macht einen kurzen Prozess wenn es darum geht die “fremden” Katzen wegzujagen. Sie kann Stunden auf ihrem Posten verbringen und wenn wir wegfahren/zurückkommen sind es Alissas Augen, welche uns beobachten. Auch sonst ist sie immer in unserer Nähe, sie liebt die Streicheleinheiten und das Bauchkraulen. Alissa ist unsere treue “Katzenhündin”. So viel Liebe und Treue können einen nicht kalt lassen – wir lieben das kleine Katzenmädchen über alles und hoffen, dass sie noch viele glückliche Jahre an unserer Seite verbringen kann.

08.05.2017

Alissa war ein Notfall, welchen wir kurzfristig und ungeplant übernommen haben.

Alissa wurde von einem Tierheim in St. Petersburg nach Deutschland vermittelt. Alissas Hinterpfoten sind geschädigt – warum, wissen wir nicht. Ihr neues Zuhause hat sich bewusst für eine behinderte Katze entschieden, die Familie ist katzenerfahren. Leider wurde aus der anfänglich gut gemeinten Tat nichts.

Die Familie merkte bald, dass Alissa Schwierigkeiten bereitet dort, wo es für die meisten sehr schnell inakzeptabel wird – Alissa war unsauber. Angeblich sei Alissa dann einem Tierarzt vorgestellt worden, welcher keine Ursache für dieses Verhalten sehen konnte.

Die Kätzin wurde zur Last und hatte dann zwei Optionen: entweder wird sie eingeschläfert oder sie wird zurück nach Russland “geschickt”. Wir haben Alissa einen Platz bei uns angeboten.

Bei uns angekommen, wirkte Alissa sehr gestresst und fauchte die ganze Zeit vor sich hin sodass wir sie noch am gleichen Abend von den anderen Katzen getrennt haben. Sie zog in das Winterhaus unserer Hühner ein. Bereits sehr bald hatten wir den Verdacht, dass Alissa “einfach” inkontinent ist – sie setzte in unserer Anwesenheit unkontrolliert den Kot ab. Unser Verdacht hat sich nach unserem heutigen TA-Besuch mit Alissa bestätigt – auch unsere Tierärztin meint, dass Alissa, zumindest teilweise, inkontinent ist. Es wurde der Urin entnommen um zu schauen ob Alissa ev. eine Harnblasenentzündung hätte – eine häufige Begleiterscheinung bei einer Überlaufblase. Empfohlen wurden tägliche Blasenkontrollen/Blasenleerungen. Eine Therapie mit Myocholine-Glenwood und Dibenzyran (Stimulation des Blasenmuskels/Behandlung von Blasenentleerungsstörungen) wurde verordnet und wird ausprobiert jedoch ohne sich viel Erfolg davon zu versprechen da Alissas Trauma wohl mehrere Jahre zurückliegt.

So schnell wird man um einen Pflegefall reicher…

Alissa ist eine viel gelittene Maus. Sie wurde behindert vor dem Tierheim in St. Peterburg ausgesetzt – man hat sie in einer Tasche auf einen Baum vor dem Eingang aufgehängt. Sie verbrachte Jahre im Tierheim und musste jeden Abend in einen Käfig schlafen gehen. Sogar bei uns, als sie einmal draussen war, hatte sie sofort zur Sommerresidenz unserer Hühner gefunden – die Zaun-Wände versprachen ihr die Sicherheit. Ob gut oder schlecht – ein Käfig war viele Jahre ihr Zuhause. Alissas Reise nach Deutschland hätte gar nicht stattgefunden hätte man dort die Wahrheit gekannt. Dass man ihr Leben durch diesen Betrug in Gefahr gebracht hatte – dafür haben wir kein Verständnis. Von der Option Rückflug halten wir auch nichts – wir sind der Meinung, dass, wenn die Tiere von so weit weg kommen, eine Notoption vorhanden sein MUSS. Alissas Familie in Deutschland war nicht einmal sofort bereit, Alissa zu uns zu fahren – unser Angebot sagte den Leuten weniger zu, als die vorhandenen Optionen…

Das Blatt wird umgeblättert, wir und Alissa fangen neu an.